Bilanz der Gewässerrand-streifen an Ostwestfalens Gewässernetz mit mehr als 10 km² Einzugsgebietsgröße
 
Linkes Ufer mit Anteilen von
19
23
58
19
22
59
rechtes Ufer mit Anteilen von
.. % an
  Uferstreifen oder -fläche
  Ufersaum
  Kein wegen Nutzung

Beidseitig des bisher kartierten 2300 km langen Gewässernetzes gibt es auf lediglich etwa 19 % ausreichend breite Ufer-streifen. Das Uferstreifendefizit beträgt also trotz der zusätzlichen Anteile von 23% bzw. 22% an Gewässersaum auf beiden Seiten 81%. 58% bzw. 59% weisen überhaupt keinen Platz für die Gewässerentwicklung auf, obwohl nur 12 % der Gesamtlänge des Netzes in Ortslagen liegen.

Uferstreifen oder Gewässerrandstreifen sind naturbelassene Geländestreifen, die uneingeschränkt für die Gewässerent-wicklung zur Verfügung stehen. Sie schließen an der Oberkante der Uferböschung an. Erst ab etwa 5 m Breite kann sich auch an kleinen Bächen der bodenständige Bewuchs ausbilden. Derartige Abschnitte werden mit tieferen Uferbereichen, auf denen bodenständiger naturnaher Wald oder naturbelassene Sukzessionsfluren gedeihen, in den Bilanzen dieser Website zu Uferstreifen zusammengefasst. Dadurch ist das Ausmaß des bestehenden Entwicklungs-raumes schnell zu übersehen.

Saumstreifen können zwar auch mit gewässertypischen Ufergehölzen bewachsen sein, doch wird der Aufwuchs von Gehölzen durch die zu nah an der Böschungskante beginnende Nutzung häufig verhindert und einer Gewässer-verlegung durch Ufersicherungen begegnet. Daher werden Ufersäume bereits dem Defizit an Uferstreifen zugerechnet. Weder Ufer- noch Saumstreifen können kartiert werden, wenn die Nutzung bereits in der Böschung oder an deren Oberkante beginnt, also wegen dieser Nutzung kein Platz vorhanden ist.

Diese Bilanzen zeigen ein erschreckendes Defizit an Entwicklungsraum, ohne dessen Vermehrung der gute Zustand, das Umweltziel der Wasserrahmenrichtlinie unmöglich erreicht werden kann. Aber auch der Erlebniswert unseres Lebensraumes würde mit ein wenig mehr Platz entlang der Gewässer gewaltig gesteigert. Erleben Sie beispielsweise die Faszination bewaldeter Gewässerrand-streifen an einigen noch verbliebenen Restabschnitten am Oberlauf der Werre. Klicken Sie dazu auf das Bildbeispiel.

Die Darstellung der Uferstreifenbilanz entlang des angewählten einzelnen Gewässers erfolgt in Säulendiagrammen. Ein Beispiel finden Sie im nebenstehenden Link. Dort sehen Sie auch die UferstreifenBilanz des Einzelgewässers und die Angaben zur Flächennutzung und zum Uferbewuchs.


Der Beitrag des Gewässerschutzes:
Mehr Uferstreifen!